Unsere Mädels haben bisher nie den Weihnachtsmann in Frage gestellt. Immer, wenn sie von Klassenkameraden erzählt haben, die nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben, waren sie überzeugt, dass es ihn gibt. Wir haben die beiden diesbezüglich nie angelogen, sondern immer gesagt: „Wenn ihr an den Weihnachtsmann glaubt, dann gibt es ihn auch.“. Denn es ist doch wundervoll, wenn man an etwas glaubt. Erst recht, wenn es etwas so zauberhaftes ist, wie der Weihnachtsmann.
Doch langsam glauben nur noch wenige Kinder in der Klasse der Großen an den Weihnachtsmann. In den letzten Wochen haben Stefan und ich daher überlegt, ob es nicht langsam Zeit wäre, unserer Großen die Wahrheit zu beichten. Denn schließlich wollten wir nicht, dass sie irgendwann für ihren Glauben verspottet wird. Aber wie erzählt man die Wahrheit, ohne den Weihnachtszauber zu zerstören? Während all unserer Überlegungen habe ich auf Instagram einen Post von der Glücksschmiedin entdeckt. Darin hat sie den Brief einer Mutter gepostet, die ihrer Tochter die Frage beantwortet „Bist du der Weihnachtsmann?“.
Als ich diesen Brief gelesen habe, standen mir die Tränen in den Augen. Ist das nicht eine schöne Antwort!? Ich beschloss, dass dies auch unsere Antwort werden sollte. Wobei Antwort nicht stimmt, denn unsere Große hat nicht gefragt. Als ich sie an diesem zweiten Advent ins Bett brachte, habe ich uns ein kleines Licht ins Bett geholt, mich ihr gegenüber gelegt und ihr – während wir uns anschauten – erzählt, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Aber es gibt den Glauben an ihn und es ist etwas Großes an etwas glauben zu können, was man weder sehen, noch greifen kann.
Ihre erste Frage war: „Aber, wer legt denn die Geschenke unter den Weihnachtsbaum, während wir spazieren gehen?“. Ich habe ihr erzählt, dass Stefan und ich das machen. Ganz heimlich und schnell. Währen die Großeltern mit ihnen bereits vor der Haustür sind, würden wir unter einem Vorwand noch kurz drinnen sein (z.B. Handschuh vergessen) und schnell die Geschenke unter den Baum legen. Und dann gab es zwei große Komplimente: „In so kurzer Zeit könnt ihr das so schön herrichten!?“ und „Dann gebt ihr aber jedes Jahr ganz schön viel Geld für unsere Geschenke aus!“. Ja, das machen wir. Aber nicht des Geldes wegen, sondern wegen eurer strahlenden Augen!
Ich habe den Gedanken des Briefes an Lucy aufgegriffen und ihr gesagt, dass nun auch sie helfen kann, dass kleine Kinder – allen voran ihre Schwester – weiterhin an den Weihnachtsmann glauben. Jetzt sorgen Stefan und ich nicht mehr allein für den Weihnachtszauber am Heiligabend. Jetzt haben wir einen kleinen Weihnachtsengel, der uns dabei unterstützt.
Herzlichst, eure Doreen
Und nun interessiert mich: Wann und wie habt ihr euren Kindern erzählt, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt?